Im Hamelner Bahnhof konnte vom 19. Februar bis 19. März die Ausstellung „Torten der Wahrheit“ besichtigt werden. Der Ausstellungstitel sorgt zunächst für Verwirrung, denn natürlich denken viele zuerst an essbare Torten. Dahinter stecken jedoch die satirischen Tortendiagramme von Katja Berlin, die regelmäßig in der ZEIT veröffentlicht werden. Mit viel Humor und Ironie zeigen die Diagramme Missstände, Herausforderungen und Widersprüche unserer Gesellschaft auf, wodurch Desinformationen und Fake News hinterfragt werden können. Es gab also vielfältigen Gesprächsstoff, auch für uns, den 11. Jahrgang, der die Ausstellung im Rahmen einer Exkursion besuchte.

Unterschiedliche Vereine, wie der Denkanstoß Hameln e.V., waren Organisatoren der Ausstellung und Ehrenamtliche dieser Vereine fungierten als Ansprechpartnerinnen für die Besucherinnen.

Zunächst begann unsere Exkursion jedoch außerhalb der Ausstellungsräume. Durch eine Präsentation bekamen wir einen kleinen Input zu Katja Berlins Werken. Besonders wurde darauf Wert gelegt, dass wir verstehen, wie die Diagramme auszuwerten sind. Denn im ersten Moment erscheinen sie lustig, doch nach ein paar Minuten realisiert man, was sie ausdrücken wollen. Dann verwandelt sich der humorvolle Eindruck schnell in Sprachlosigkeit oder vielleicht sogar in Wut.
Es erfolgte eine Aufteilung der Klasse in fünf Gruppen, die sich jeweils mit einem der Schwerpunkte „Info“, „Politik“, „Umwelt/Klima“, „Frauen“ und „Extremismus“ befassen sollten, welche alle durch mehrere Diagramme in der Ausstellung vertreten waren. Anschließend ging es in die Ausstellung, wo wir Zeit hatten, uns die Diagramme zu unserem jeweiligen Schwerpunkt anzusehen und ein Schaubild auszuwählen, das wir später genauer präsentieren wollten.
Beim Vorstellen unserer gewählten Diagramme konnten wir schnell ins Gespräch kommen. Nicht jede von Katja Berlin getätigte Aussage konnten wir kommentarlos hinnehmen. Manche ließen sich auch durch persönliche Erfahrungen in unserem Ermessen relativieren. Es war sehr interessant, unsere eigenen Erfahrungen mit denen unserer Ansprechperson sowie mit Katja Berlins Werken zu vergleichen und so ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, warum die genannten Schwerpunkte als Probleme unserer Gesellschaft angesehen werden.
Besonders beeindruckend war, wie viel Information in einem vermeintlich einfachen Diagramm stecken kann, ohne an Bedeutung zu verlieren. Katja Berlin weist auf sehr einfache Weise auf Missstände in der Gesellschaft hin, auch wenn es manchmal etwas länger dauerte, zu verstehen, was ein Diagramm genau aussagen soll.

Die Ausstellung ist sehr empfehlenswert, denn es war nicht nur hilfreich, sich auf den aktuellen Stand gesellschaftlicher Diskussionsthemen zu bringen, sondern der Besuch hat auch dazu beigetragen, das Verständnis für das Auswerten von Diagrammen zu verbessern. Und so etwas schadet ja nie...
Nicola Meyer 11a
